*** Plutos – Schweiz Fund Update *** H1 2025: Sechs Monate, drei Perspektiven – Performance, Stabilität, Potenzial ***

Der Plutos-Schweiz Fund kann im Juni erneut eine positive Wertentwicklung von 2.8% aufzeigen und beschließt das erste Halbjahr 2025 mit einer respektablen Performance von 11%. In fünf von sechs Monaten hat der Plutos-Schweiz Fund damit positiv und besser als der breite Markt tendiert. Dies in einem Umfeld, das durchaus als herausfordern bezeichnet werden kann.

Der Berichtsmonat war insbesondere durch die Eskalation im Nahen Osten geprägt, was kurzfristig zu höheren Ölpreis-Notierungen führte. Zudem lag der Fokus der Märkte weiterhin auf den Zoll-Gesprächen – unternehmensseitig gab es wenig Neues. Mit dem Beginn der Berichtssaison zum ersten Halbjahr 2025 wird sich dies zeitnah ändern.

Die positive Fund-Entwicklung wurde insbesondere durch die starke Kursavancen von hoch gewichteten Werten getragen:

ams OSRAM profitierte von einer Preiszielerhöhung der größten Schweizer Bank, welche die Katalysatoren für einen um 60% höheren Aktienkurs darstellte.

In den Medien wird das intakte Upside der R&S Group angepriesen – zusammen mit einer Preiszielerhöhung zog der Kurs dieser noch zu wenig bekannten Industrie-Perle deutlich an.

Accelleron dürfte zu einem gewissen Mass von den höheren Ölpreisen und potenziell längeren Schiffsrouten profitiert haben. Das mag kurzfristige Käufer angezogen haben, wir bleiben jedoch aus deutlich längerfristigen Perspektiven investiert.

Comet wurde durch die Micron-Zahlen und -Ausblick unterstützt. Gemäß diesem sehr wichtigen Speicherchip-Hersteller gehen die Investitionen in KI-Chips unvermindert weiter, ebenso die Investitionen in Datenzentren.

Die Lem Holding wird als ‚klassisches Turnaround-Investment‘ gesehen: die hohe Bilanz-Qualität, endlich ein starker Auftragseingang in China, Marktanteilsgewinne und damit steigende Gewinnerwartungen dürften den günstigen Wert noch länger befeuern.

Kuros wird länger je relevanter für den Fund und fungiert mittlerweile in den Top 10 – obwohl wir seit Mitte März unter CHF 20 die Gewichtung nicht mehr aktiv erhöht haben.

Die ‘neue’ Holcim legte in einer Woche über 25% zu. Deren US-Spin-Off Amrize stand unter Druck, da institutionelle Schweizer Investoren möglicherweise keine US-Firma im Depot halten dürfen und sie wohl abgestoßen haben. Schon bei Accelleron und Sandoz bildete sich dieser erste Kursverlauf ab – heute notieren beide Werte markant höher. Das wird sich auch bei Amrize bewahrheiten und wir werden die Gewichtung tendenziell erhöhen.

Pierer Mobility konnte im Juni das Sanierungsverfahren für KTM abschliessen. Ende Juli soll die Produktion wieder hochgefahren werden – rechtzeitig auf den saisonal wichtigen Herbst, wenn in den USA durch die tiefere Inflation wieder mehr Motorräder verkauft werden dürften.

GAM hat mit Albert Saporta einen neuen CEO bestimmt – mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in der Branche, war Albert die treibende Kraft bei newGAMe und deren Ablehnung des Liontrust Angebots 2023. Einen positiven Einfluss auf den Aktienkurs hatte dies jedoch noch nicht.

Temenos konnten trotz einem möglichen Großauftrag der Bank Julius Bär nicht überzeugen und trotz neuem Großaktionär kommt auch bei DocMorris noch immer keine Freude auf.

Im Berichtsmonat haben wir keine Position aktiv neu erworben oder gänzlich verkauft – wie erwähnt wurde Amrize durch den Spin-Off von Holcim zu unserem neuesten Portfolio-Unternehmen.

“There is always something to worry about. Avoid weekend thinking and ignore the latest dire predictions of the newscasters. Sell a stock because the company’s fundamentals deteriorate, not because the sky is falling.”

Peter Lynch

Philanthrop und Fondsmanager (1944)

 

Selbstverständlich stehe ich für einen Austausch zu diesen, weiteren Schweizer Werten und natürlich dem Plutos-Schweiz Fund gerne zur Verfügung und bedanke mich für Ihr Interesse.

 

H1 2025: Sechs Monate, drei Perspektiven – Performance, Stabilität, Potenzial

Das erste Halbjahr 2025 hat uns viel Volatilität, Risiken, jedoch auch Chancen beschert: mit dem Amtsantritt von Donald Trump, seinen harschen Zoll-Ankündigungen, dem noch immer schwelenden Ukraine-Krieg, dem unsäglichen Drama im Gaza-Streifen, den deutschen Neuwahlen, dem Israel-Iran Konflikt und dem Abschwung der Mag7-Aktien rissen die Sorgen nie ab.

Dabei blieben die unternehmerischen Fortschritte, die zunehmend positiven Makro-Signale aus den USA und Europa zu oft im Hintergrund und wurden von wahren Horror-Szenarien überschattet. Das Investoren-Sentiment bewegte sich zwischen himmelhochjauchzend Anfang Jahr und tiefster Depression Anfang April. Dies ist kein ideales Umfeld für eine Outperformance der Aktienmärkte und eines Schweizer Small/Mid Caps Funds.

Und doch zeigten sich die Indizes von ihrer resistenten Seite und viele bewegen sich an ihren All Time-Highs – dies zeugt von Stärke.  Wird das Umfeld dereinst wieder etwas normaler – falls es das noch gibt – wird das zweite Halbjahr und damit das ganze 2025 als ein erfolgreiches Börsenjahr in die Geschichte eingehen – trotz aller Widerstände.

Der Plutos-Schweiz Fund konnte bis dato in fünf von sechs Monaten eine positive Performance über dem breiten Markt zeigen. Einzig der März war negativ – das leider jedoch deutlich. So steht per 30. Juni 2025 eine Jahresperformance von +11% zu Buche.

2022 konnten wir zwischen Oktober und Dezember fast 6%, 2023 über 10% generieren – 2024 hat unsere zu zyklische und opportunistische Ausrichtung diese Gewinne auf beklagenswerte Weise zunichte gemacht. Doch hätten wir unseren Ansatz nicht konsequent weiterverfolgt, wäre der momentane Erfolg nicht möglich gewesen – daher werden wir auch jetzt die Performance nicht verwalten, sondern unserer langfristig ausgerichteten Anlagephilosophie, für ebensolche Investoren, treu bleiben:

 

Der Fokus bleibt: Schweizer Qualität. Aktiv. Selektiv. Fokussiert.

Keine Indexbindung – aus Überzeugung, nicht nach Gewichtung

Konzentriertes Portfolio

Opportunistische Allokation

️Transparente Kommunikation – verständlich, nachvollziehbar

 

Performance – unsere Alpha-Quellen

Mehrere unserer Portfolio-Werte zeigten im ersten Halbjahr 2025 eine bemerkenswerte Dynamik – hier eine Auswahl der Besten:

Performance-Kontributor No. 1 war ganz klar ams OSRAM – über 80% hat unsere grösste Position in diesem Jahr bisher zugelegt. Verbessert sich der Auto- und Industrie-Zyklus und kann ams OSRAM mit einigen Devestitionen die Bilanz stärken, wird die Aktie weiter stark performen. Der Socket-Win bei Apple scheint eingepreist, ein hoffentlich zeitnaher Verkauf der Fab in Kulim wohl eher noch nicht. Ich stufe ams OSRAM nun nicht mehr als opportunistisch, sondern als eine taktische Position ein.

Als ich im Dezember 2023 mein erstes Meeting mit Verwaltungsrat und Management der R&S Group hatte, war mir nicht ansatzweise bewusst, was für eine Industrieperle der Sissacher Transformatoren-Hersteller ist. Etliche Meetings, Besuche, Präsentationen und Gespräche lassen mich trotz einer Verdreifachung seit Kauf und einer Performance 55% in diesem Jahr beruhigt in die Zukunft blicken. Es wird interessant zu sehen sein, welche Inputs der neue CEO Edoardo Terzi mit seiner Siemens-Vergangenheit einbringen kann.

Im Januar haben wir unsere Belimo-Position nach einer sehr starken Performance aus rein taktischen Gründen veräußert. Der Zeitpunkt war gut gewählt, kamen doch kurz danach Diskussionen um weniger Datacenter-Bedarf auf, die Aktie fiel von über CHF 700 auf ein wieder sehr attraktives Niveau von unter CHF 500.

Als am 7. April 2025 die Welt aus den Fugen zu geraten schien, habe ich mich an die Unternehmen mit der höchsten Qualität gewandt – dazu gehört Belimo zweifellos. Inzwischen hat Belimo hat ein All-Time High erreicht und unser Wiedereinstieg, mitten in der tiefsten Marktdepression, war glücklich, mutig und wird nun mit einer Performance von 75% belohnt. Technisch hat der Wert weiterhin enorme Stärke und ein vierstelliges Kurslevel würde uns nicht überraschen.

Mit Kuros fand ein neuer Wert den Weg ins Portfolio: Bis Dezember 2023 ein Biotech/Medtech-Hybrid und für uns nicht investierbar, änderte sich dies mit der Einstellung der Biotech-Aktivitäten. Auch nach dem fulminanten Kursverlauf 2024 hat die Aktie weiterhin grosses Potenzial. Die Research-Abdeckung ist noch sehr dünn, dürfte sich aber wohl zeitnah erhöhen – ohne Zweifel ein möglicher Auslöser für eine Höherbewertung der Aktie. Performance +28% ytd.

Aryzta war lange eine der höchsten Gewichtungen im Plutos-Schweiz Fund – nach dem 40:1 Reverse-Split haben wir ein paar Chips vom Tisch genommen, denn mittlerweile ist der Grossbäcker verdientermassen zum Börsendarling geworden. Trotz der Reduktion war die Performance-Kontribution mit +27% hoch. Aryzta dürfte im Moment für einige Investoren zu wenig aggressiv sein, doch das defensive, nun wirklich validierte Business-Modell wird bei jeder Marktunsicherheit zu einem sicheren Hafen.

Accelleron bietet durch den hohen Service-Anteil am Umsatz eine ähnliche defensive Konstellation, doch ist der unterliegende Treiber mit der Dekarbonisierung der Schifffahrt ein ganz anderer. Wie im Monatsbericht erwähnt, half der Ölpreis und die Spekulation um eine Schliessung der Strasse von Hormus der Aktie in den letzten Wochen, denn müssen die Schiffe weiter fahren, kommt der Service früher – ähnlich wie beim Auto Mein Ansatz ist aber ein deutlich langfristiger: ohne die Accelleron-Turbolader werden die Dekarbonisierungsvorgaben schlicht unerreichbar. Daher werden die Badener weiterhin von Motoren-Updates, mehr modernen Schiffen und ihren sehr smarten Akquisitionen, auch in Software, profitieren. Performance +22% ytd.

 

Stabilität – unsere Performance-Pipeline

Die folgenden Werte waren zwar Stabilitätsanker, zogen tendenziell an, doch ich erwarte deutlich mehr im zweiten Halbjahr:

LEM Holding bietet einen starken Turnaround‑Case, denn die Wachstumstreiber sind weiterhin intakt: die Megatrends Elektrifizierung im Automobilbereich, der Ausbau erneuerbarer Energien und der digitalen Infrastruktur werden voranschreiten, auch wenn die letzten zwei Jahre durch das hohe China-Exposure schwierig waren. Mit der hohen R&D-Quote sichert sich LEM einen technologischen Vorsprung. Ich bin vom mittelfristigen Potenzial dieses Qualitätsunternehmens überzeugt, auch wenn es zyklischen Schwankungen unterliegt – mit einer Performance von +8% ytd sehe ich klar Upside.

Forbo ist ein solider Nischenplayer ohne Verschuldung, hoher Eigenkapitalquote, stabiler Cash-Generierung und Dividende. Die Bewertung ist moderat, und Forbo bietet bei zyklischer Erholung in Bau und Industrie Upside-Potenzial – bisher eher ein limitierender Faktor. Leider ist das Management momentan nicht besetzt: CEO Jens Fankhänel wird nach einer Erkrankung bedauerlicherweise nicht ins Unternehmen zurückkehren, Interims-CEO und Finanzchef Andreas Jaeger will das Unternehmen im Verlauf des vierten Quartals verlassen. Das bringt Unsicherheit, ich bin jedoch überzeugt, dass der Verwaltungsrat ein valables Führungs-Duo präsentieren wird. Die Performance, +8% ytd, würde sicher davon profitieren.

GAM ist noch immer im Turnaround: Die AuM scheinen sich zu stabilisieren, die Kosten werden gesenkt, die Produkte-Performance ist gut. Ich erhoffe mir, dass mit dem neuen CEO Saporta endlich mehr und bessere Kommunikation bei GAM einkehrt. Auf dem momentanen Kurs-Level scheint mir das Risiko sehr limitiert zu sein und eine signifikanten Neubewertung mehr als möglich – vorausgesetzt, die operativen Erfolge und die AuM-Stabilität setzen sich fort. Performance +18% ytd.

Adecco ist mit einem Umsatz-Anteil von 50% Europa aus meiner Sicht geografisch ideal aufgestellt, hat deutlich verbesserte Kostenstrukturen erreicht, was der Marge hilft und gewinnt Marktanteile. Die Strategie trägt, wie die solide Q125-Performance zeigt. Die weitere Fokussierung auf Digitalisierung sowie die Stärkung der Marge und damit die Schuldenreduktion bieten ein attraktives Chance-Risiko-Profil. Der Turnaround ist klar im Gange – nun zählt Kontinuität. Performance +6.5% ytd.

Comet ist unser Champion im Schweizer Tech‑Universum: noch lässt der Halbleiter-Markt mit einem Rebound auf sich warten, doch der starke Cashflow und die gesunde Bilanz lassen mich ruhig schlafen.  Erste positive Anzeichen mehren sich, wie die kürzlich publizierten Micron-Zahlen und -Ausblick zeigen. Gemäss diesem sehr wichtigen Speicherchip-Hersteller gehen die Investitionen in KI-Chips unvermindert weiter, ebenso die Investitionen in Datenzentren. Zudem scheint sich eine Bodenbildung bei NAND abzubilden und neue Investitionen sind nur eine Frage der Zeit. Mit +4% ytd ist Comet deutlich zurückgeblieben – das dürfte sich zeitnah ändern.

 

‘Is the juice worth the squeeze? – die Performance-Lasten

Die folgenden Portfolio-Unternehmen blieben klar hinter meinen Erwartungen zurück und wir analysieren die weiteren Perspektiven und mögliche Anpassungen sorgfältig:

Temenos -12% ytd: eigentlich sollte 2025 im Vergleich zu 2024 ein ‘Walk in the Park’ werden, denn im letzten Jahr sah sich Temenos von vielen äusseren Einflüssen negativ beeinflusst. Doch das erste Quartal zeigte sich bereits hinter den Markt-Erwartungen und so bezweifeln wohl viele Investoren den Ausblick für 2025. Temenos ist und bleibt ein führender Anbieter von Core-Banking und digitalen Lösungen, wurde kürzlich zum zwanzigsten Mal in Folge zum besten Anbieter gekürt, scheint gerade auch auf das Thema KI mehr Fokus zu legen, doch die Aktienbewertung kommt nicht annähernd an unsere Fair-Value-Analyse heran. Nach den H125-Zahlen am 22. Juli werden wir den Case neu evaluieren.

SFS Group ist mit einer Gewichtung von über 4% recht prominent im Plutos-Schweiz Fund vertreten – die diesjährige Performance von bisher -12% rechtfertigt dies (noch) nicht.

Es würde mir schwerfallen, auf den momentanen Levels Aktien zu verkaufen, denn SFS vereint ein solides, diversifiziertes Geschäftsmodell, starke Margen und hervorragende Cash-Generierung mit einem strukturellen Nachhaltigkeitsfokus. Die Bewertung erscheint mir attraktiv und mein Modell zeigt fast 30% Potenzial. Trotz der Diversifikation über drei Geschäftsfelder ist auch SFS darauf angewiesen, dass der europäische Zyklus anzieht. Da ich von dieser Entwicklung ausgehe, sehe ich eher keine grosse Veränderung unserer Gewichtung.

Komax (-15% ytd) hat nach 2024 auch 2025 mit einem herausfordernden Jahr zu kämpfen. Obwohl der langfristige Trend zur Automatisierung keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt (z. B. E‑Mobility, Industry 4.0), investieren die Kunden aufgrund von Überkapazitäten und geopolitischen Unsicherheiten weniger oder nur zögerlich, denn die Planbarkeit fehlt. Komax reagierte zwar frühzeitig mit Kostensenkungen und strukturellen Optimierungen, die nachhaltig wirken werden, doch zeitnah zeigen sich die Ergebnisse daraus nicht. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich eine leichte Erholung abzeichnen. Die hohe Innovationskraft, die schlanken Strukturen und eine niedrigere Kostenbasis sollte Komax noch besser für zukünftiges profitables Wachstum positionieren.

DocMorris bleibt mit einer Performance von -21% ytd ein Sorgenkind. Dies, obwohl der Investment-Case für mich glasklar ist: der e-Rezept-Markt in Deutschland ist enorm, das Wettbewerbsumfeld limitiert, das Wachstumspotenzial im Rx- und Teleclinic-Segment beachtlich. Der neue strategische Großaktionär Pelion, mit Sitz in Lodz gilt als das größte Gesundheitsunternehmen Polens, erwirtschaftet ca. CHF 4 Mrd. und hält momentan rund 10% der Aktien. Mit den Bereichen Großhandel mit medizinischen Produkten, Apothekenbetrieb vor Ort und online sowie Logistiklösungen für Spitäler – neben Polen auch in Litauen und Schweden – eigentlich ein idealer Partner für weiteres Wachstum.

Leider ist DocMorris von vielen Leerverkäufen belastet und solange das Wachstum hinter der Konkurrenz herhinkt, dürften Investoren abwarten, bis der EBITDA-Breakeven und Stabilität in Bilanz und Cashflow validiert sind.

Auch wenn Pierer Mobility im Juni das Sanierungsverfahren für KTM abschliessen konnte, dürfte die hohe Volatilität in der Aktie bestehen bleiben. Mit einem stabilisierten EBIT – für 2025 erwartet man zwar weiterhin einen Umsatzrückgang, doch ein positives operatives Ergebnis inkl. Restrukturierungseffekten – und abgeschlossener Sanierung hat der Kurs den Boden hinter sich. Ende Juli soll die Produktion wieder hochgefahren werden – rechtzeitig auf den saisonal wichtigen Herbst, wenn in den USA durch die tiefere Inflation wieder mehr Motorräder verkauft werden dürfen. Gelingt nach der Finanzierung auch die Restrukturierung nachhaltig und sieht man eine Rückkehr zu früheren Margen und das prognostizierte 5% Wachstum, stehen die Chancen für ein Re‑Rating sehr gut. Die Gewichtung im Plutos-Schweiz Fund ist dergestalt, dass wir die Volatilität aushalten können.

Meine persönlichen High- und Low-Lights

Mein Besuch bei der Swatch Group und insbesondere der sehr offene, klare und inspirierende Austausch mit CEO Nick Hayek – ich habe mich im letzten Blog ausreichend dazu geäussert – gehört sicher zu meinen absoluten Highlights.

Doch auch die Aryzta und Kuros Investoren-Anlässe, die R&S Group Generalversammlung, mein CASH-Interview von Anfang Jahr und viele gute Gespräche mit Investoren und den führenden Köpfen unserer Portfolio-Unternehmen gehören dazu.

‘Asset Management is all about finding assets’ – und das war leider 2024 und auch 2025 mein persönliches Lowlight. Der Plutos-Schweiz Fund ist zu klein, um viele Opportunitäten so nutzen zu können, wie ich es mir vorstelle. Und unsere bestehenden Investoren werden mit einem zu hohen TER für ihre Loyalität ‘bestraft’. Im zweiten Halbjahr werden wir eine gute Lösung für diesen Umstand suchen und finden.

 

Mein Outlook für H225

Die heftige Börsenkorrektur von Anfang April hat viele ‘schwache’ Hände aus dem Markt gewaschen und den Einstieg wieder zu wagen, fällt sicher einigen schwer. Mit jedem Tag, an dem die Indizes höher streben, werden die unterinvestierten Anleger wohl nervöser – ein FOMO (‘Fear of missing out’) -Szenario – frei nach dem Motto ‘Verkaufe tief, kaufe hoch’.

Immer davon ausgehend, dass uns die Geopolitik keine Steine in den Weg legt, gehe ich davon aus, dass eine Sommer-Rallye, ein starker Juli und August, bevorstehen kann. Zeigen sich die Unternehmen mit ihren Halbjahresberichten halbwegs konstruktiv, sind viele Schweizer Small/Mid Caps deutlich zu tief bewertet.

Daher werde ich auf absehbare Zeit die Segel straff halten und mit dem relativ hohen Fund-Beta den Rückenwind bestmöglich ausnutzen. Kapitalströme aus Übersee nach Europa, viele Short-Positionen und gigantische Summen, die noch an der Seitenlinie stehen, kreieren diesen Rückenwind.

Lässt das Momentum nach, werde ich das Beta-Exposure reduzieren und Werte mit tieferer Volatilität höher gewichten. Die Aktien für diesen Schritt habe ich bereits als vorbehaltenen Entschluss evaluiert – mehr darf ich nicht verraten

Ich bin weiterhin überzeugt, dass wir 2025 endlich ein richtig gutes Small/Mid Cap-Jahr haben werden.

 

Bis demnächst,

Stephan